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Himbeerblätter — von der griechischen Ida bis in den Kreißsaal, das Frauenkraut schlechthin

Rubus idaeus — benannt nach dem Berg Ida, dem Geburtsort des Zeus in der griechischen Mythologie. Die Pflanze des zweiten Schwangerschaftstrimesters schlechthin in der traditionellen europäischen Kräuterkunde. Himbeerblätter als Gebärmuttertonikum, Regulator der Zyklen, sanfte hormonelle Begleitung. 2000 Jahre dokumentierter weiblicher Tradition.

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Les plantes qui marchent avec les cycles — pas pour les optimiser, pour les habiter.

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Le Cercle du Féminin Sacré · 20/22 · Margin

Rubus idaeus — die gewöhnliche Himbeere. Ihr lateinischer Name verweist auf den Berg Ida zurück, den Geburtsort des Zeus in der griechischen Mythologie, den Ort, an dem die Götter der Überlieferung nach die ersten Früchte gesammelt haben sollen. Eine Etymologie, die etwas über den Platz dieser Pflanze in der europäischen Vorstellungswelt sagt: am Anfang, im Herzen, im alltäglichen Heiligen.

Zwei Jahrtausende weiblicher Anwendung

Dioskurides (1. Jh. n. Chr.) erwähnt Himbeerblätter bei Entzündungen von Mund und Augen. Die mittelalterliche europäische Tradition verwendete sie eigens für Frauen: um die Zyklen zu regulieren, die Schwangerschaft zu begleiten, die Geburt zu erleichtern.

Das Kräuterbuch von Nicholas Culpeper (1653): „die Pflanze wird von der Venus regiert“ — das systematische Attribut aller Pflanzen der weiblichen Zyklen in der mittelalterlichen astrobotanischen Kosmologie. Er empfiehlt die Blätter bei zu starken Monatsblutungen und zur Kräftigung der Gebärmutter.

Im 18. und 19. Jahrhundert wurde der Himbeerblättertee zum üblichen Getränk der späten Schwangerschaft in den britischen und irischen Entbindungsstationen — eine Tradition, die sich in bestimmten Regionen bis in die 1960er Jahre hielt.

Inhaltsstoffe — Fragarin und Gerbstoffe

Fragarin: die für die Gebärmutterwirkung interessanteste Verbindung. In vitro erzeugt es rhythmische Kontraktionen und anschließend Entspannungen des Gebärmuttergewebes — was eher auf eine „tonusregulierende“ als auf eine rein zusammenziehende Wirkung hindeutet. Bamford et al. (1970) dokumentieren diese doppelte Wirkung.

Hydrolysierbare und kondensierte Gerbstoffe: eine adstringierende, entzündungshemmende, lokal antibakterielle Wirkung. Verantwortlich für die Wirkung auf die Mund- und Vaginalschleimhaut.

Flavonoide: Rutin, Quercetin. Eine entzündungshemmende, kapillarschützende Wirkung.

Vitamin C, Kalzium, Magnesium, Eisen: ein bemerkenswertes Mineralstoffprofil, besonders bedeutsam in der späten Schwangerschaft.

Ellagitannine: Antioxidantien, Modulatoren der Darmflora.

Anwendung in der Schwangerschaft — was die Tradition sagt, was die Wissenschaft sagt

Die Tradition: ein Aufguss aus getrockneten Blättern, 1 bis 2 Tassen täglich ab dem zweiten Trimester (Woche 14–28), mit allmählicher Steigerung im dritten Trimester. Das Ziel: die Gebärmutter für eine flüssigere Geburt zu kräftigen.

Die randomisierte Studie von Simpson et al. (2001): 192 Frauen, Himbeerblatt-Tabletten ab der 32. Woche. Keine unerwünschten Wirkungen für Mutter oder Kind; die zweite Phase der Geburt fiel im Durchschnitt um etwa zehn Minuten kürzer aus, doch die Studie stellte auf den erwarteten Messgrößen keinen statistisch signifikanten Unterschied fest. Eine Studie begrenzten Umfangs — ein endgültiger Schluss ist unmöglich.

Die derzeit vorsichtige Haltung: die meisten Hebammen und Kräuterkundigen empfehlen, das erste Trimester zu MEIDEN (ein theoretisches Risiko früher Kontraktionen), es im zweiten allmählich einzuführen und im dritten zu steigern. Nichts vor der 14. Woche.

Anwendung außerhalb der Schwangerschaft: in der europäischen Tradition greift man seit Langem auf das Himbeerblatt zurück, um unregelmäßige Zyklen zu regulieren, Menstruationskrämpfe zu lindern und die Gebärmutterschleimhaut zu begleiten. Im Allgemeinen gut verträglich.

Rote Linien

Erstes Schwangerschaftstrimester: unbedingt meiden. Frauen mit einem Kaiserschnitt in der Vorgeschichte, mit Placenta praevia, Mehrlingsschwangerschaft oder vorzeitiger Wehentätigkeit: vor jeder Anwendung ist eine geburtshilfliche Abklärung erforderlich. Gerbstoffe in großer Menge können die Eisenaufnahme verringern — die Einnahme von Eisenpräparaten um mindestens 2 Stunden versetzen. Empfindlichkeit gegenüber den Rosengewächsen (der Familie der Himbeere): Vorsicht.

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Rubus idaeus — benannt nach dem Berg Ida, dem Geburtsort des Zeus in der griechischen Mythologie. Die Pflanze des zweiten Schwangerschaftstrimesters schlechthin in der traditionellen europäischen Kräuterkunde. Himbeerblätter als Gebärmuttertonikum, Regulator der Zyklen, sanfte hormonelle Begleitung. 2000 Jahre dokumentierter weiblicher Tradition.

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