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Tantra-Massageöl selber machen: die heiligen Pflanzen — Damiana, Rose, Ylang-Ylang, Sandelholz, Jasmin

Ein Rezept für ein Mazerationsöl für eine respektvolle Tantra-Massage, geschöpft aus der Shiva-Shakti-Linie. Drei Trägeröle (Jojoba, Mandel, Sesam), fünf aktivierende Pflanzen (Damiana, Rose, Ylang-Ylang, Sandelholz, Jasmin), drei ätherische Öle (sparsam) und vor allem die rituelle Absicht.

DamianaDie Pflanze dieses ArtikelsDamiana · Turnera diffusa4.9(82)ab 7,80 €Ansehen →

Les plantes qui marchent avec les cycles — pas pour les optimiser, pour les habiter.

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Le Cercle du Féminin Sacré · 7/22 · Margin

Du möchtest ein Tantra-Massageöl selber machen? Die tantrische Tradition Indiens und Tibets (Shiva-Shakti-Linie, kaschmirischer Shivaismus, Vajrayana) arbeitet mit mehreren Pflanzen, die einen bewussten Eros wecken. Die fünf kennzeichnenden Pflanzen für ein selbst angesetztes Mazerationsöl: Damiana (Turnera diffusa, Mexiko) — die Pflanze des sanften Eros; Rose (Rosa damascena) — die Öffnung des Herzens; Ylang-Ylang (Cananga odorata) — sinnliche Leichtigkeit; Sandelholz (Santalum album) — heilige Erdung, Pflanze der Tempel; Jasmin (Jasminum grandiflorum) — das nächtliche Weibliche. Drei Trägeröle: Jojoba (neutral, lange haltbar), süße Mandel (mild, ein Klassiker des Ayurveda), ungerösteter Sesam (wärmend, ein Abhyanga-Klassiker). Und drei ätherische Öle, dosiert auf höchstens 1 %. Tantra ist ein spiritueller Weg des Erwachens durch den Eros — das Öl ist ein Ritual.

Inhalt

1. Echtes Tantra — 2. Die Grammatik der Öle in der ayurvedischen Tradition — 3. Die 5 Pflanzen, die einen bewussten Eros wecken — 4. Die 3 Trägeröle — 5. Die 3 ätherischen Öle, sparsam verwendet — 6. Das komplette DIY-Rezept für das heilige Öl — 7. Das rituelle Protokoll der Anwendung — 8. Die Haltung von INFUSE und die roten Linien — 9. FAQ — 10. Perlen — 11. Die genannten Pflanzen, erhältlich bei INFUSE

Echtes Tantra

Eine Klärung vorweg. Echtes Tantra ist ein indischer und tibetischer spiritueller Weg (die Shiva-Shakti-Linien Kaschmirs, der tibetisch-buddhistische Vajrayana, die hinduistischen Traditionen des Südens), der Körper, Eros und Bewusstsein als ein einziges Gewebe begreift. Daniel Odier (Tantra: The Path of Ecstasy, 1997; Tantric Quest, 1997) ist eine der angesehensten westlichen Stimmen für die Weitergabe dieser Linie — er wurde von seiner Lehrerin Lalita Devi in der Trika-Schule des kaschmirischen Shivaismus ausgebildet. Für ihn ist Tantra kein Bündel sexueller Techniken, sondern das Erkennen, dass alles — auch der Eros — eine Erscheinung des einen Bewusstseins ist. Margot Anand (The Art of Sexual Ecstasy, 1989) brachte diese Tradition in den Westen und passte sie für westliche Paare an.

Die Grammatik der Öle in der ayurvedischen Tradition

Der Ayurveda, die indische Heilkunde und Schwester des Tantra, gibt den Ölen (sneha auf Sanskrit) einen zentralen medizinischen und rituellen Rang. Die Praxis des Abhyanga (die tägliche Selbstmassage mit warmem Öl, empfohlen in der Charaka Samhita, ~1000 v. Chr.) ist eine der Säulen der ayurvedischen Medizin. Sneha bedeutet zugleich Öl, Sanftheit und Liebe — die semantische Wurzel bindet die Geste des Öls an die Geste der Zärtlichkeit. Das ist kein Zufall. Mit Öl zu berühren ist eine Erklärung auf zellulärer Ebene.

In der ayurvedischen Tradition sind Öle nicht neutral. Jedes Trägeröl hat ein Temperament (vata/pitta/kapha), jede mazerierte Pflanze gibt ihre Qualität an das Trägeröl weiter. Ein heiliges Öl für die Tantra-Massage ist deshalb kein parfümiertes Kosmetikum — es ist ein flüssiger Pflanzenkörper, ein Träger von Absicht. Die lange Mazeration (mehrere Wochen) lässt die flüchtigen, fettlöslichen Verbindungen aus der Pflanze in das Öl übergehen. Die Geste, dieses Öl einzumassieren, wird zu einem Austausch: die Pflanze berührt die Haut, die Haut berührt die Pflanze.

Die 5 Pflanzen, die einen bewussten Eros wecken

Damiana (Turnera diffusa). Die Pflanze des sanften Eros, heimisch in Mexiko und Mittelamerika. Maya- und Azteken-Tradition: als rituelles Aphrodisiakum und sanftes Nervinum verwendet. Christian Rätsch (Encyclopedia of Aphrodisiacs, 2013) zählt sie zu den Schlüsselpflanzen des bewussten Begehrens. Pharmakologie: Flavonoide, Terpenoide, Alkaloide — eine leicht beruhigende Wirkung, eine sanft muskelentspannende Qualität und ein leichter Effekt auf die Durchblutung des Beckens. Für das Mazerationsöl: getrocknete Damiana-Blätter aus biologischem Anbau, etwa 30 g pro 250 ml Trägeröl, 4 bis 6 Wochen mazeriert.

Rose (Rosa damascena). Die große Pflanze der Herzöffnung, in fast jeder heiligen Liebestradition der Welt gegenwärtig (sufisch, persisch, indisch, mediterran, mesoamerikanisch über die Rosen-Zeder). Tantrische Tradition: die Rose ist mit anahata (dem Herzchakra) und mit Lalita Tripura Sundari (der roten Göttin der Trika) verbunden. Für das Öl: getrocknete Blütenblätter der Damaszener-Rose, etwa 20 g pro 250 ml, 4 bis 6 Wochen mazeriert. Die Rose fügt eine zarte blumige Note hinzu und trägt die Qualität der emotionalen Öffnung.

Ylang-Ylang (Cananga odorata). Ein tropischer Baum Südostasiens, dessen gelbe Blüte einen der betörendsten Düfte der Pflanzenwelt verströmt. Indonesische Tradition: In Bali werden Ylang-Ylang-Blüten in der Hochzeitsnacht auf das Bett der Frischvermählten gestreut. Pharmakologie: Sesquiterpene, Ester, Benzylester — eine Wirkung sinnlicher Leichtigkeit, leicht euphorisierend, blutdrucksenkend. Für das Öl: schwer in Öl zu mazerieren (wenig Trockenmaterial verfügbar) — verwende es stattdessen als ätherisches Öl, dosiert auf höchstens 1 % in der Schlussphase.

Sandelholz (Santalum album). Sandelholz — seit Jahrtausenden eine zentrale Pflanze der hinduistischen, buddhistischen und taoistischen Tempel. Das Holz wird verbrannt (Räucherwerk), als rituelles Pulver verwendet (das Stirn-Tilak) und als ätherisches Öl (das kostbarste der tropischen ätherischen Öle). Für das Tantra: Sandelholz trägt die Qualität der heiligen Erdung, der aufrechten Gegenwart, der Achtung vor dem inneren Tempel. Als ätherisches Öl zu dosieren (höchstens 1 % — echtes ätherisches Öl aus Mysore-Sandelholz ist außerordentlich kostbar; prüfe die ethische Herkunft, denn die Art ist bedroht). Alternative: australisches Sandelholz (Santalum spicatum), nachhaltiger.

Jasmin (Jasminum grandiflorum). Die Blüte des nächtlichen Weiblichen, der erotischen Ruhe und der gehaltenen Ekstase. Indische Tradition: mit der Göttin Lakshmi verbunden, verwendet in Hochzeitsriten und in heiligen tantrischen Praktiken. Pharmakologie: Indol, Benzylacetat, Linalool — eine Wirkung, die das parasympathische Nervensystem anregt, leicht euphorisierend. Als Absolue (ätherisches Öl durch Lösungsmittelextraktion) bei höchstens 1 % zu verwenden — Jasmin Sambac oder Grandiflorum Absolue ist einer der kostbarsten Düfte der Parfümerie.

Die 3 Trägeröle

Jojoba (Simmondsia chinensis). Technisch eher ein flüssiges Wachs als ein Öl, ist Jojoba außergewöhnlich stabil, wird fast nie ranzig und zieht rasch ein, ohne einen schweren, fettigen Film zu hinterlassen. Es ist die ideale Basis für ein lange haltbares Mazerationsöl. Ein neutrales Temperament — es bringt keine eigene energetische Qualität mit. Bevorzuge es als Hauptbasis (60 % der Mischung).

Süße Mandel (Prunus dulcis). Das klassische Trägeröl der ayurvedischen Tradition für tantrische Anwendungen. Mild, im Duft leicht süß, reich an Fettsäuren und Vitamin E. Ein vata-besänftigendes Temperament (es beruhigt Unruhe). Als zweite Basis zu verwenden (30 % der Mischung). Mittlere Haltbarkeit (6–12 Monate in einer Braunglasflasche).

Ungerösteter Sesam (Sesamum indicum). Das Öl des klassischen ayurvedischen Abhyanga. Wärmend, tief eindringend, nährt es die Gewebe in der Tiefe (dhatu-Ernährung im Ayurveda). Ein vata-besänftigendes und kapha-mehrendes Temperament (es wärmt, es beschwert leicht). Als Hauch zu verwenden (10 % der Mischung) für seine Qualitäten tiefer Erdung. Ein leicht nussiger Duft, der sich gut mit den anderen Ölen verbindet.

Die 3 ätherischen Öle, sparsam verwendet

Am Ende der Mazeration hinzuzufügen, nach dem Filtern. Höchstdosis: 1 % des Gesamtvolumens (10 Tropfen pro 100 ml). Ätherische Öle sind hyperkonzentrierte Extrakte — ihr Gebrauch muss sowohl den Körper als auch die Pflanze ehren. Die drei kennzeichnenden ätherischen Öle für diese Mischung: Ylang-Ylang (5 Tropfen pro 100 ml), Sandelholz, ethisches Mysore oder australisches (3 Tropfen pro 100 ml), Jasmin-Absolue (2 Tropfen pro 100 ml). Die Summe bleibt unter 1 %.

Vorsicht: Teste das Öl immer 24 Stunden vor der ersten Anwendung auf einer kleinen Hautstelle (in der Ellenbeuge), um eine allergische Reaktion auszuschließen. Schwangere: verzichte ganz auf die ätherischen Öle, behalte nur das Mazerationsöl (Damiana + Rose). Für Babys und kleine Kinder ist diese Mischung nicht bestimmt.

Das komplette DIY-Rezept für das heilige Öl

Material: ein Ein-Liter-Glas aus Braunglas, ein Mulltuch (Musselin) oder ein wiederverwendbarer Kaffeefilter, eine finale 250-ml-Braunglasflasche, ein Etikett. Zutaten für 250 ml: 150 ml Bio-Jojobaöl + 75 ml Bio-Süßmandelöl + 25 ml Bio-Sesamöl (ungeröstet). Getrocknete Bio-Pflanzen: 30 g Damiana-Blätter + 20 g Blütenblätter der Damaszener-Rose + 10 g getrocknete Jasminblüten (falls verfügbar — sonst beim ätherischen Öl bleiben). Ätherische Öle: 5 Tropfen Ylang-Ylang + 3 Tropfen Sandelholz (ethisches Mysore oder australisches Santalum spicatum) + 2 Tropfen Jasmin-Absolue.

Schritt 1 — die Absicht setzen. Nimm dir vor dem Ansetzen der Mischung 5 Minuten Stille. Mach dir klar, wozu dieses Öl dienen wird, für wen es ist, in welchem Geist. Eine Kerze, eine frische Blüte, ein persönlicher ritueller Gegenstand dürfen dich begleiten. Tantra trennt die Absicht nicht vom Tun — die erste gibt dem zweiten seine Qualität.

Schritt 2 — die getrockneten Pflanzen ins Glas geben. Die drei Trägeröle hinzufügen. Sanft mit einem Holzlöffel umrühren. Das Glas fest verschließen. An einen dunklen Ort stellen, bei gleichbleibender Zimmertemperatur (idealerweise ein Schrank bei 20–22 °C).

Schritt 3 — mindestens 4 bis 6 Wochen mazerieren. Nimm das Glas in dieser Zeit einmal pro Woche heraus, schüttle es sanft und stell es zurück. Manche ayurvedischen Traditionen empfehlen, beim Ansetzen ein kurzes Mantra zu singen — eine freiwillige Praxis. Je länger die Mazeration, desto mehr nimmt das Öl auf. Idealerweise 6 Wochen, höchstens 8, damit die süße Mandel nicht kippt.

Schritt 4 — filtern. Durch das Mulltuch oder den Kaffeefilter gießen, dabei sanft pressen, um das ganze durchzogene Öl zu gewinnen. Die Pflanzen entsorgen (eine Gabe an die Erde). In die saubere, trockene finale Braunglasflasche umfüllen.

Schritt 5 — die ätherischen Öle hinzufügen. Die ätherischen Öle Tropfen für Tropfen zugeben (5 Tropfen Ylang-Ylang + 3 Tropfen Sandelholz + 2 Tropfen Jasmin). Die Flasche verschließen, sanft schütteln, um zu homogenisieren. Mit dem Zubereitungsdatum und der Zusammensetzung beschriften.

Aufbewahrung: eine Braunglasflasche, vor Licht und Wärme geschützt. Dauer: 6 bis 12 Monate. Danach kann die süße Mandel ranzig zu werden beginnen (ein stechender Geruch, ein Zeichen, den Gebrauch zu beenden). Wenn das Öl kippt oder einen schlechten Geruch annimmt: nicht verwenden, der Erde zurückgeben.

Das rituelle Protokoll der Anwendung

Die Anwendung des heiligen Öls ist keine kosmetische Pflege. Sie ist ein Ritual. Drei Dinge unterscheiden das Ritual von der Pflege: eine klare Absicht (wozu dieser Moment da ist), Präsenz (kein Telefon, keine Ablenkung, keine Hast), Achtsamkeit auf die Schwelle (Ein- und Austritt rituell markiert). Hier ein Protokoll, geschöpft aus Margot Anand und der ayurvedischen Abhyanga-Tradition, angepasst an das Tantra zu zweit oder allein.

Den Raum vorbereiten: ein ruhiger, warmer Raum (der nackte Körper kühlt schnell aus), gedämpftes Licht, weiche Laken, eine brennende Kerze, der leichte Duft von Räucherwerk (idealerweise Sandelholz). Das Öl erwärmen: etwa 30 ml in ein kleines Gefäß geben und für 5 Minuten in eine Schüssel mit heißem Wasser stellen. Das Öl sollte warm sein, angenehm für die Haut — niemals brühheiß. Am Handgelenk prüfen.

Das Ritual öffnen: drei tiefe Atemzüge gemeinsam (zu zweit) oder allein. Eine stille Absicht setzen. Die Massage beginnt oft an den Füßen (ein Ritual der Dankbarkeit für das, was den Körper trägt) und steigt langsam auf. Ein sehr langsames Tempo — etwa dreimal langsamer als eine gewöhnliche Massage. Das warme Öl gleitet unter den Handflächen, die Haut öffnet sich, der Atem vertieft sich. Stete Präsenz für die Empfindung, kein Vorausgreifen auf den nächsten Schritt.

Dauer: 45 Minuten bis 1 Stunde für eine vollständige Tantra-Massage, im langsamen Tempo gehalten. Kein Ziel des Orgasmus. Kommt der Orgasmus, kommt er; kommt er nicht, macht es überhaupt nichts. Margot Anands tantrische Praxis schließt oft eine Phase bewusster, ungelöster orgastischer Spannung ein, die sexuelle Energie in die Energie der Präsenz verwandelt. Es ist ein langer Weg, keine kurze Technik.

Abschluss: bleib am Ende mehrere Minuten still, in Schweigen. Trink ein Glas warmes Wasser. Wenn ein Bad möglich ist, ein leichtes warmes Bad zur Integration. Keine intensive, seifige Dusche gleich danach — lass das Öl mindestens 30 Minuten auf der Haut. Ruhe. Das Ritual setzt sich über die folgenden 24 Stunden.

Die Haltung von INFUSE und die roten Linien

Die Haltung von INFUSE. Dieses Rezept ist dokumentiert und wird frei geteilt. INFUSE verkauft keine fertige Mischung — sie selbst herzustellen ist Teil des Rituals. Die einzelnen Pflanzen (Damiana, Rose) sind bei INFUSE als einzelne Bio-Kräuter mit benannter Herkunft erhältlich. Die Träger- und ätherischen Öle sind bei Bio-Ölherstellern zu beziehen (Aroma-Zone, Pranarôm, Florihana oder ein Äquivalent in deiner Region). Die tantrische Linie gehört den Hüterinnen und Hütern der Tradition (lebendige indische Linien, anerkannte westliche Lehrende wie Margot Anand, Diana Richardson, Daniel Odier). Dieser Leitfaden ist dokumentarisch und praktisch — keine Ausbildung im Tantra.

FAQ

— Questions fréquentes —
Ist das Damiana-Mazerationsöl ein Aphrodisiakum?

In äußerlicher Anwendung (als Massageöl) ist die Wirkung subtil und nicht mit einer direkten pharmakologischen Stimulation (Viagra usw.) vergleichbar. Innerlich eingenommen (als Tee, als Elixier) trägt Damiana eine sanft beruhigende Qualität und einen leichten Effekt auf die Durchblutung des Beckens, traditionell beschrieben und pharmakologisch vermerkt (Rätsch 2013). Im Öl ist die Hauptwirkung rituell und sinnlich — die Haut empfängt die Qualität der Pflanze, der feine Duft unterstützt die Öffnung. Für einen sanft eros-weckenden Effekt kann ein Damiana-Tee 30 Minuten vor der Massage sie begleiten.

Was ist der Unterschied zwischen Tantra-Massage und sinnlicher Massage?

Die sinnliche Massage sucht Lust, Leichtigkeit, das angenehme Erwachen der Sinne, oft als Auftakt oder um ihrer selbst willen. Die Tantra-Massage stellt die Geste in einen spirituellen Weg — das Erkennen, dass dieser Körper, diese Empfindungen, dieser Eros Erscheinungen des einen Bewusstseins sind. Technisch mag die Geste ähneln; in der Absicht gehören sie zwei verschiedenen Welten an.

Kann man eine Tantra-Massage allein machen?

Ja. Die tantrische Tradition schließt die Eigenpraxis ausdrücklich ein (svadhyaya auf Sanskrit). Margot Anand widmet einen großen Teil von The Art of Sexual Ecstasy der Solo-Praxis. Die Selbstmassage mit dem heiligen Öl (das rituelle Äquivalent des ayurvedischen Abhyanga, verbunden mit der tantrischen Absicht) ist für sich schon eine vollständige Praxis.

Wie lange ist das Mazerationsöl haltbar?

6 bis 12 Monate in einer gut verschlossenen Braunglasflasche, vor Licht und Wärme geschützt. Jojoba (die Hauptbasis, 60 %) ist sehr stabil und wird fast nie ranzig. Süße Mandel (30 %) ist weniger stabil — sie ist es, die die Dauer begrenzt. Sesam (10 %) ist stabil. Ein Zeichen von Ranzigkeit: ein stechender Geruch, ein Nachdunkeln der Farbe. Dann gib es der Erde zurück.

Gibt es Gegenanzeigen für das tantrische Mazerationsöl?

Schwangerschaft: Damiana, Jasmin, Ylang-Ylang meiden (mögliche Uterotonika). Allergie gegen Korbblütler (Asteraceae) (bei diesen Pflanzen selten). Nussallergie: das Süßmandelöl meiden (durch reines Jojoba ersetzen). Mach vor der ersten Anwendung immer einen Hauttest, 24 Stunden vorher. Nicht auf verletzter Haut anwenden.

Ist Mysore-Sandelholz ethisch vertretbar?

Eine wichtige Frage. Santalum album (Mysore-Sandelholz, Südindien) gilt offiziell als vom Aussterben bedroht (CITES Anhang II). Wildsammlung ist verboten; legal erhältlich ist nur Sandelholz aus Plantagen, die von der indischen Regierung verwaltet werden. Der Markt ist überschwemmt mit Verfälschungen und nicht rückverfolgbarem Material. Eine nachhaltige Alternative: australisches Sandelholz (Santalum spicatum), nachhaltig bewirtschaftet, zertifiziert, mit einem leicht anderen, aber achtsamen Duftprofil. INFUSE empfiehlt für dieses Rezept ausdrücklich das australische Sandelholz, es sei denn, du hast einen indischen Lieferanten, dessen Plantagen-Rückverfolgbarkeit du überprüfen kannst.

Perlen & Legenden

Sneha — Öl, Sanftheit, Liebe. Auf Sanskrit bedeutet sneha zugleich Öl und Liebe-Zuneigung. Diese semantische Einheit ist kein Zufall. Der Ayurveda versteht das Öl als Träger zellulärer Liebe, eine flüssige Berührung, die dorthin gelangt, wohin die Hand nicht reicht. Das davon abgeleitete Wort snigdha bedeutet zugleich ölig, sanft und zärtlich. Wenn du dich mit Öl salbst, erklärst du deinem eigenen Körper eine Zuneigung.

Lalita Devi, Daniel Odiers Lehrerin. Daniel Odier erzählt in Tantric Quest (1997) von seiner Begegnung mit Lalita Devi, seiner tantrischen Lehrerin in einer Höhle des kaschmirischen Himalaya. Diese Begegnung verwandelte ihn vom westlichen Akademiker zum Überträger einer lebendigen Linie. Seine Trika-Linie des kaschmirischen Shivaismus ist eine der wenigen, die das Tantra in seiner ursprünglichen Tiefe weitergibt, ohne Wellness-Verdünnung. Es ist seine Stimme, die die Haltung von INFUSE in diesem Leitfaden prägt.

Drukpa Kunley, der verrückte Mönch der Lotosblüte. Drukpa Kunley (fünfzehntes Jahrhundert, Tibet) ist eine der extremsten Gestalten des Vajrayana-Tantra — ein sexueller Heiliger, ein Provokateur, ein Befreier durch den Skandal. Sein Buch The Divine Madman (die Übersetzung von Dowman, 1980) erzählt von seinen tantrischen Praktiken, die Eros, Lachen und spirituelles Erwachen ganz ohne Trennung verweben. Für ihn ist der geweihte Sex ein Tor zum Erwachen, so gültig wie die sitzende Meditation. Eine radikale Position, zugleich weitergegeben und umstritten.

Ylang-Ylang auf dem Bett der Frischvermählten. In Bali (Indonesien) werden in der Hochzeitsnacht Ylang-Ylang-Blüten auf das Ehebett gestreut. Der betörende Duft — einer der stärksten im Pflanzenreich — begleitet den rituellen Übergang. Diese lebendige Praxis erinnert daran, dass duftende Pflanzen kein kosmetischer Luxus sind; seit Jahrtausenden nehmen sie an den menschlichen Übergangsriten teil. Das Tantra greift diese zelluläre Intuition auf.

Damiana und die mesoamerikanischen Riten. Christian Rätsch dokumentiert den Gebrauch von Damiana in den mesoamerikanischen Riten des heiligen Eros — oft als Aufguss, den Paare vor zeremoniellen Vereinigungen trinken. Eine Tradition, die wahrscheinlich älter ist als die Ankunft der Spanier und in manchen heutigen ländlichen Gemeinschaften Mexikos fortlebt.

Die genannten Pflanzen, erhältlich bei INFUSE

Tiefer gehen
Pflanze des sanften Eros
Damiana, das Aphrodisiakum der Seele
Maya- und Azteken-Tradition, Pflanze des lächelnden Tezcatlipoca, eine sanft beruhigende Gefährtin und eine Begleiterin tantrischer Vereinigungen.
Öffnung des Herzens
Rosen, Blume des offenen Herzens
Rosa damascena in der sufischen, persischen, tantrischen, mesoamerikanischen Tradition. Die rote Gegenwart der Göttin.
Weibliche Tradition
Yoni Steam, das vaginale Dampfbad
Drei jahrtausendealte Traditionen (Maya, koreanisch, afrikanisch), Pflanzen, ein respektvolles Protokoll, die absoluten Warnhinweise.
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· questions fréquentes ·

In äußerlicher Anwendung (als Massageöl) ist die Wirkung subtil und nicht mit einer direkten pharmakologischen Stimulation (Viagra usw.) vergleichbar. Innerlich eingenommen (als Tee, als Elixier) trägt Damiana eine sanft beruhigende Qualität und einen leichten Effekt auf die Durchblutung des Beckens, traditionell beschrieben und pharmakologisch vermerkt (Rätsch 2013). Im Öl ist die Hauptwirkung rituell und sinnlich — die Haut empfängt die Qualität der Pflanze, der feine Duft unterstützt die Öffnung. Für einen sanft eros-weckenden Effekt kann ein Damiana-Tee 30 Minuten vor der Massage sie begleiten.

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