Die 7 besten Klartraum-Pflanzen — ein verifizierter Leitfaden
Sieben Traumgefährten, bezogen aus den Linien, die sie kennen. Calea, Beifuß, Blauer Lotus, Sinicuichi, Klatschmohn, Wilder Lattich, Silene capensis — ethnobotanische Belege, traditionelle Zubereitungen, benannte Kontraindikationen.
Le dernier territoire souverain. On y entre par les plantes, par le silence, par le retour aux songes des anciens.
tagline · path
Kurze Antwort — drei Pflanzen, die du kennen solltest
Für alle, die in fünfzehn Sekunden eine Antwort wollen — die drei Klartraum-Pflanzen, mit denen man beginnt: Calea zacatechichi (Mexiko, Volk der Chontal) öffnete in der einzigen veröffentlichten klinischen Studie die Traumerinnerung (Mayagoitia, Díaz, Contreras, 1986, Universidad Nacional Autónoma de México). Beifuß (Artemisia vulgaris) ist in Europa seit mindestens dem zwölften Jahrhundert als Pflanze der prophetischen Träume belegt (Hildegard von Bingen, Physica). Silene capensis (Undlela Ziimlophe) wird von den Xhosa- und Zulu-Sehern des südlichen Afrikas während der Initiationszeremonien verwendet — eine der wenigen Pflanzen der Welt, deren Name unumwunden ‚den weißen Pfad des Traums‘ ausspricht.
Diese drei Pflanzen gleichen einander in nichts. Sie tun nicht dasselbe. Genau das entfaltet dieser Leitfaden.
| Pflanze | Linie | Traumwirkung | Traditionelle Zubereitung | Worauf zu achten ist |
|---|---|---|---|---|
| Calea zacatechichi | Chontal (Mexiko) | Lebhafter Traum + Erinnerung | Aufguss + Rauch vor dem Schlaf | Extrem bitterer Geschmack |
| Beifuß (Artemisia vulgaris) | Europäisch, Hildegard | Prophetische Träume | Traumkissen, leichter Aufguss | In der Schwangerschaft kontraindiziert |
| Blauer Lotus (Nymphaea caerulea) | Ägyptisch, 18. Dynastie | Gelöstheit, sanfte Euphorie, Träume | 7–14 Tage in Wein mazeriert | Der meiste online verkaufte ‚Blaue Lotus‘ ist in Wahrheit eine andere, weit schwächere Seerose — nicht die echte Nymphaea caerulea |
| Sinicuichi (Heimia salicifolia) | Aztekisch, Nahua | Ahnenerinnerung, verändertes Hören | Sonnenfermentierte Blätter | Mögliche Bradykardie |
| Klatschmohn (Papaver rhoeas) | Mediterran, Ceres | Sanfte Sedierung, Schlaf | Blütenaufguss, Sirup | Nicht der Schlafmohn |
| Wilder Lattich (Lactuca virosa) | Europäisch, dioskuridisch | Beruhigung, ein Absinken in den Schlaf | Getrockneter Milchsaft, starker Aufguss | Ausgeprägte Sedierung — nicht vor dem Fahren |
| Silene capensis | Xhosa/Zulu (südliches Afrika) | Träume der Wahrsagung | Wurzel aufgeschäumt, auf nüchternen Magen | Dem rituellen Rahmen vorbehalten |
Warum diese sieben und nicht andere
Es gibt mindestens vierzig Pflanzen, deren Wirkung auf das Traumgewebe dokumentiert ist. Wir haben sieben behalten. Es sind die, deren Gebrauchslinie benannt, deren Chemie teilweise verstanden und deren Sicherheit nachvollziehbar ist. Keine ist psychedelisch im strengen Sinn — keine durchbricht die Blut-Hirn-Schranke, um Visionen am Tag zu erzeugen. Sie wirken weiter unten im Strom: auf die Erinnerung des Schlafs, auf die Tiefe des REM-Schlafs, auf die Schwelle zwischen Wachen und Traum.
Die Frage lautet nicht ‚welche ist die stärkste‘. Die Frage lautet: an welcher Schwelle soll die Pflanze dich begleiten? Beim Einschlafen (Klatschmohn, Wilder Lattich). Beim Übergang in den REM-Schlaf (Beifuß, Calea). Beim Auftauchen aus dem Traum mit unversehrter Erinnerung (Calea, Sinicuichi). Beim gelenkten zeremoniellen Traum (Silene capensis, Blauer Lotus).
Vier Schwellen, sieben Gefährtinnen. Der Rest ist eine Frage des Temperaments — deines, des Temperaments der Pflanze und des Augenblicks deines Lebens.
1. Calea zacatechichi — das Blatt Gottes
Lateinischer Name: Calea zacatechichi
Linie: Volk der Chontal aus Oaxaca (Mexiko) · durchgehend dokumentierter Gebrauch seit mindestens dem sechzehnten Jahrhundert
Der Chontal-Name der Pflanze ist *Thle-pelakano* — das Blatt Gottes. Keine Metapher. Die Heiler der Chontal verwenden es seit Jahrhunderten in einem genauen Protokoll: einen Teil raucht man, den Rest gießt man auf, und man legt sich schweigend nieder. Was der Träumende sucht, ist nicht die Schönheit des Traums. Es ist seine **Erinnerung** — und die Möglichkeit der Wahrsagung durch das, was zurückkehrt.
Die einzige veröffentlichte klinische Studie stammt von 1986. Drei mexikanische Forscher (José Luis Díaz, Rosa María Mayagoitia, Carlos Contreras) maßen mittels EEG und Selbstbericht die Wirkung von Calea an acht Probanden gegen Placebo. Das Ergebnis: eine Zunahme der Leichtschlafphasen zwischen den REM-Phasen, ein deutlicher Anstieg der Traumerinnerung und das Auftreten ‚hypnagoger Bilder‘, die sich qualitativ von der Kontrolle unterschieden. Das ist wenig Forschung. Es ist mehr, als die meisten dokumentierten Traumpflanzen aufweisen.
Die Chemie: Germacranolide (Calein, Caleicin), Flavonoide und eine Terpenmischung, die ihren genauen Wirkmechanismus noch nicht preisgegeben hat. Eine Wirkung auf serotonerge und cholinerge Rezeptoren wird vermutet — keine Gewissheit, eine Arbeitshypothese.
Traditionelle Chontal-Zubereitung: eine Handvoll getrockneter Blätter als konzentrierter Aufguss am Abend, in Stille, ohne Bildschirme. Man trinkt ihn langsam. Der Geschmack gehört zu den bittersten im Pflanzenreich — ein Signal, kein Makel. Die Chontal sagen, die Bitterkeit ‚weckt den Bauch, damit der Kopf schlafen kann‘.
INFUSE bietet Calea als ganze getrocknete Blätter an, bezogen aus Oaxaca. Das Fenster zur Erkundung ist gelegentlich, nicht täglich. Drei Nächte im Monat, während eines Zyklus, der gelesen werden will, genügen. Siehe den vollständigen Artikel: **Calea zacatechichi — das Blatt Gottes**.
2. Beifuß (Artemisia vulgaris) — die Hüterin der Träume
Lateinischer Name: Artemisia vulgaris
Linie: Europa, Sibirien, Asien · durchgehender Gebrauch bezeugt seit Plinius dem Älteren (Naturalis Historia, Buch XXV, ~77 n. Chr.)
Beifuß ist wohl die älteste europäische Traumpflanze, deren Gebrauch nie unterbrochen wurde. Plinius der Ältere erwähnt sie. Hildegard von Bingen widmet ihr ein Kapitel in Physica (~1150) — sie nennt sie *biboz* im Hochdeutschen und verordnet sie, um ‚die Augen des Schläfers zu öffnen‘. Im sechzehnten Jahrhundert beschreibt John Gerard (Herball, 1597) sie als ‚die Mutter der Kräuter‘.
Beifuß ist die Pflanze der Artemis — der griechischen Göttin der Schwellen, der Monde, der Wälder. Der lateinische Name *Artemisia* zeichnet sie. Es ist eine Signatur. Die Pflanze wurde von Kulturen gepflegt, die an der Verbindung zwischen dem Mond, dem Menstruationszyklus und der Qualität des Schlafs der Frauen festhielten.
Chemie: Alpha-Thujon, Beta-Thujon, 1,8-Cineol, Kampfer, Sesquiterpenlactone. Thujon ist ein partieller Agonist der GABA-A-Rezeptoren — genau der Rezeptoren, an denen die Benzodiazepine wirken. Nur dass Beifuß nicht sediert: sie streift dich nur. Es ist dieser Unterschied, der sie zu einer Pflanze der Träume macht und nicht zu einem Schlaftrunk.
Traditionelle Zubereitung: ein Kissen aus getrockneten Blättern (die Wärme des Schläfers löst die ätherischen Öle), ein leichter Aufguss dreißig Minuten vor dem Schlafengehen (niemals eine konzentrierte Abkochung) oder ein Bündel, als rituelles Rauchwerk verbrannt. In der Schwangerschaft kontraindiziert — Thujon ist uterotrop, und die mittelalterliche europäische Tradition nutzte es lange als Emmenagogum.
INFUSE bietet Beifuß als getrocknete Blätter und als ätherisches Öl an. Siehe den Artikel **Beifuß — die Hüterin der Träume**.
3. Blauer Lotus (Nymphaea caerulea) — die Blume des Nils
Lateinischer Name: Nymphaea caerulea
Linie: das alte Ägypten · Ikonografie bezeugt seit der achtzehnten Dynastie (~1550 v. Chr.)
Man sieht sie überall auf den Fresken der thebanischen Gräber. Priesterinnen tragen sie an der Stirn. Bankettgäste atmen sie ein. Tutanchamun wurde mit Blütenblättern auf der Brust bestattet. Die Blume ist ein zeremonielles Vehikel — das hat der Ägyptologe William Emboden (Cal State, 1989) methodisch wieder ans Licht gebracht.
Rekonstruierte ägyptische Zubereitung: getrocknete Blüten, sieben bis vierzehn Tage in Traubenwein mazeriert. Das Ethanol löst die Alkaloide (Nuciferin, Apomorphin) heraus, die in Wasser allein unlöslich sind. Deshalb bringt ein einfacher Aufguss von Blauem Lotus kaum spürbare Wirkung — die Tradition wusste das.
Wirkung: muskuläre Gelöstheit, leichte Euphorie, ein Gefühl der Schwelle, erzählerischere Träume. Apomorphin ist ein partieller dopaminerger Agonist — daher das Gefühl des Öffnens ohne Erregung. Nuciferin bindet an die serotonergen Rezeptoren 5-HT1A und 5-HT2A — daher die träumende Färbung.
**Wichtige rote Linie**: der meiste online verkaufte ‚Blaue Lotus‘ ist nicht die echte Pflanze. Der Markt ist überschwemmt mit anderen Seerosen — Nymphaea lotus, Nymphaea stellata, Nymphaea alba — und mit gefärbten Mischungen ohne jeden Bezug zur ägyptischen Blume. INFUSE bezieht Blauen Lotus, der nach Art und Bestimmung verifiziert ist — es ist der einzige ehrliche Weg, ihn anzubieten.
Vollständiger Artikel: **Blauer Lotus — die Blume des Nils**.
4. Sinicuichi (Heimia salicifolia) — die Sonnenöffnerin
Lateinischer Name: Heimia salicifolia
Linie: Zentralmexiko · durchgehender aztekischer, dann Nahua-Gebrauch, dokumentiert von Bernardino de Sahagún (Códice Florentino, 1577)
Sinicuichi ist eine der wenigen Pflanzen der Welt, deren auditive Wirkung dokumentiert ist. Die Blätter, ein bis drei Tage in der Sonne fermentiert, setzen eine Mischung von Chinolizidin-Alkaloiden frei (Cryogenin, Sinicuichin, Lythrin), die — nach den ersten pharmakologischen Analysen (Malone & Rother, 1994) — als partielle Hemmer der Monoaminoxidase B wirken.
Der phänomenologische Bericht: ein Zustand, in dem nahe Geräusche aus der Ferne zu kommen scheinen, in dem die Erinnerung an alte Stimmen (Großeltern, Ahnen) mit besonderer Klarheit auftaucht. Die Azteken nannten es *xochipilli* — verbunden mit dem Gott der Blumen, aber auch der amnestischen Gesänge. Der Traum, der folgt, hat eine ungewöhnliche erzählerische Qualität, oft erinnert als ‚Zeitlupenfilm‘.
Zubereitung: 30 bis 60 Gramm frische Blätter, in Wasser mazeriert und 24 bis 72 Stunden in die Sonne gestellt, dann am Abend getrunken. Die Sonnenfermentierung ist wesentlich: ohne sie bleibt die Wirkung schwach.
Vorsicht: Sinicuichi kann bei manchen Menschen eine Bradykardie (eine Verlangsamung des Herzschlags) hervorrufen. Kontraindiziert bei kardiovaskulärer Behandlung oder Betablockern. Die mexikanische Tradition bewahrt es für Anlässe des kollektiven Gedenkens (Trauerfeiern, Jahrestage der Toten) — nicht für den Freizeitgebrauch.
INFUSE bietet Sinicuichi als getrocknete Blätter an. Vollständiger Artikel: **Sinicuichi — die Sonnenöffnerin**.
5. Klatschmohn (Papaver rhoeas) — die Priesterin der Nacht
Lateinischer Name: Papaver rhoeas
Linie: der Mittelmeerraum · homerische Erwähnungen (Ilias, Buch VIII, ~750 v. Chr.) · Pflanze der Ceres und der Demeter
Der Klatschmohn — nicht der Schlafmohn. Diese Unterscheidung ist wesentlich. *Papaver rhoeas* enthält kein Morphin, kein Codein, keine Opiat-Alkaloide. Er trägt Rhoeadin, Rhoeagenin, Spuren von Papaverin — Isochinolin-Alkaloide mit milder, nicht abhängig machender sedierender Wirkung.
Er ist die Pflanze des friedlichen Schlafs in den Kulturen des Mittelmeers. Ceres, die römische Göttin der Ernten, ist mit Mohn bekränzt — und das nicht zufällig. Die Blume blüht gerade dann, wenn die Ernte beginnt; sie markiert den Übergang zwischen dem fruchtbaren Wachen des Tages und der Nacht, die kommen muss, damit die Erde wieder gibt.
Traditionelle italienische und griechische Zubereitung: ein Blütensirup (ein Kilo Blütenblätter auf 500 g Zucker, 48 Stunden Mazeration, gefiltert), unruhigen Kindern gegeben. Ein leichter Aufguss getrockneter Blütenblätter (3–5 g pro Tasse) am Abend. Auf Kreta werden Blütenblätter manchmal einem Kissen beruhigender Pflanzen beigegeben (Lavendel, Orangenblüte, Zitronenmelisse).
Wirkung: sanfte Sedierung, ein Absinken in den Schlaf ohne Benommenheit beim Erwachen. Ruhigere, weniger ängstliche Träume. Sicherheit: ausgezeichnet — eine der am besten verträglichen Pflanzen des europäischen Traumreichs. Einige seltene Fälle von Pollenallergie.
INFUSE bietet Klatschmohn als getrocknete Bio-Blütenblätter an. Vollständiger Artikel: **Klatschmohn — die Priesterin der Nacht**.
6. Wilder Lattich (Lactuca virosa) — das Opium der Weisen
Lateinischer Name: Lactuca virosa
Linie: Europa, der Mittelmeerraum · Dioskurides (De Materia Medica, Buch II, ~70 n. Chr.) · durchgehender veterinärer und menschlicher Gebrauch
Dioskurides nannte ihn *thridakias* und beschrieb ihn als ‚Opium für die Armen‘. Der weiße Milchsaft, den der geschnittene Stängel absondert, bildet, in der Sonne getrocknet, ein braunes Harz namens *Lactucarium*. Im neunzehnten Jahrhundert war Lactucarium ein offizielles Arzneimittel der britischen Pharmakopöe — verwendet gegen Husten, Schlaflosigkeit, nervöse Unruhe.
Chemie: Lactucopicrin, Lactucin, Lactucosid. Eine Wirkung auf die Adenosinrezeptoren und möglicherweise GABA — daher die Sedierung. Keine Opiate trotz des Beinamens, also keine körperliche Abhängigkeit.
Der Träumende, der sich mit Lactuca virosa verbündet, sucht keine Vision. Er sucht das Absinken. Die Pflanze beruhigt das sympathische Nervensystem, verlangsamt den Geist, öffnet die Tür zum Tiefschlaf. Die Träume, die folgen, sind selten spektakulär — sie klären. Viele Anwender berichten am Morgen von einem Gefühl des ‚Aufräumens der Träume‘.
Zubereitung: getrocknete Blätter als starker Aufguss (5–8 g pro Tasse), 30 Minuten vor dem Schlafengehen. Oder eine Tinktur aus dem Milchsaft (selten, fachkundige Ernte verlangend). Vorsicht: ausgeprägte Sedierung — nicht vor dem Fahren, nicht zusammen mit Alkohol oder Anxiolytika. Einige seltene Fälle von Verdauungsreizung.
INFUSE bietet Wilden Lattich als getrocknete Blätter an. Vollständiger Artikel: **Wilder Lattich — das Opium der Weisen**.
7. Silene capensis (Undlela Ziimlophe) — der weiße Pfad
Lateinischer Name: Silene capensis (syn. Silene undulata)
Linie: Xhosa und Zulu (Südafrika) · Initiationszeremonien der amagqirha (Seher)
Der Xhosa-Name *Undlela Ziimlophe* bedeutet wörtlich ‚die weißen Pfade‘ — die Spur weißen Schaums, die entsteht, wenn man die Wurzel in Wasser aufschlägt und sie auf nüchternen Magen einnimmt. Dieser Schaum ist ein Zeichen: die Pflanze ist bereit zu sprechen.
Silene capensis wird von Xhosa- und Zulu-Heilern während der Initiation künftiger *amagqirha* (Seher) verwendet — jener, die für die Gemeinschaft träumen. Junge Initianden nehmen den Schaum an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen, im Morgengrauen, auf nüchternen Magen. Die Träume, die auftauchen, werden von den Älteren aufgezeichnet und gedeutet. Es ist ein Protokoll, kein Experiment.
Chemie: sehr wenig untersucht. Saponin-Triterpenoide, möglicherweise verantwortlich für den Schaumeffekt und für eine Wirkung auf die serotonergen Rezeptoren.
Xhosa-Zubereitung: 200–250 mg getrocknete, fein gemahlene Wurzel, mit 250 ml kaltem Wasser vermischt, kräftig aufgeschlagen, bis sich reichlich Schaum bildet. Bei Sonnenaufgang eingenommen, auf nüchternen Magen. Der Tradition nach 3 bis 7 Tage zu wiederholen.
Eine ethische Anmerkung: INFUSE bietet Silene capensis nur aus einer nachverfolgten Xhosa-Quelle an — der Druck auf die Wildbestände in Südafrika ist real. Das Fenster zur Erkundung ist zeremoniell, niemals täglich. Vollständiger Artikel: **Silene capensis — Undlela Ziimlophe**.
Wie man unter den sieben wählt
Hier ist ein Protokoll der Unterscheidung, das das Hören auf den Körper nicht ersetzt, aber den Anfang erleichtert.
Du willst einschlafen und gut schlafen, Punkt. Klatschmohn oder Wilder Lattich. Sanft, sicher, mediterran. Gefährten des friedlichen Schlafs mehr als des dramatischen Traums.
Du willst dich an deine Träume erinnern. Calea zacatechichi. Beifuß als zweite Wahl. Diese beiden Pflanzen wirken weniger auf die Sedierung als auf die Erinnerung des REM-Schlafs. Der Traum ist schon da — es ist der Zugang, der sich öffnet.
Du willst anders träumen, in einer neuen sinnlichen Atmosphäre. Blauer Lotus (nur verifiziert) oder Sinicuichi. Emotionale Färbung, eine veränderte Textur der Traumzeit.
Du willst in einem rituellen Rahmen träumen, mit einer klaren Frage, die du vor dem Schlafengehen stellst. Silene capensis. Die Xhosa-Tradition stellt sie in einen Weg der Initiation, nicht in eine Erkundung im Alleingang.
Kombinationen und Synergien
Einige Traditionen paaren Traumpflanzen. Hier sind drei dokumentierte Kombinationen und eine, die wir nicht empfehlen.
**Beifuß + Klatschmohn** (mittelalterliche europäische Tradition). Beifuß öffnet die Schwelle, Klatschmohn hilft dir hinüber, ohne in der Angst vor dem Einschlafen hängen zu bleiben. Ein kombinierter Aufguss aus 2 g + 3 g, 30 Minuten vor dem Schlafengehen.
**Calea + Beifuß** (eine von Steve Kubby dokumentierte Kombination, Psychoactive Sacramentals, 2001). Um die Traumerinnerung zu verdoppeln. Wahrscheinliche chemische Verträglichkeit, eine Erfahrung, die viele zeitgenössische Träumende bestätigen.
**Blauer Lotus + Wilder Lattich** (eine zeitgenössische Spa-Kombination, nicht traditionell). Tiefe Gelöstheit, ein Absinken in den Schlaf mit sanfter affektiver Färbung.
**Zu vermeiden**: Sinicuichi + jedes starke Sedativum (Wilder Lattich, Alkohol, Benzodiazepine). Die bradykarden Wirkungen von Sinicuichi können sich gefährlich zur Dämpfung des Nervensystems addieren.
Eine Traumpflanze macht nicht den Traum. Sie öffnet die Tür, durch die du ohnehin schon eingeladen bist.
Welche Pflanze ist am wirksamsten für luzides Träumen?
Keine der sieben Pflanzen in diesem Leitfaden löst luzides Träumen mechanisch aus. Luzidität ist eine Fähigkeit — sie wird durch Übung kultiviert (MILD, WBTB, Realitätschecks). Die Pflanzen bereiten den Boden: bessere Traumerinnerung (Calea, Beifuß), ein sanfteres Absinken in den REM-Schlaf (Klatschmohn), eine ungewöhnliche erzählerische Färbung (Sinicuichi, Blauer Lotus). Die Luzidität selbst kommt vom geübten Schläfer.
Kann man diese Pflanzen jede Nacht nehmen?
Nein. Alle verlangen ein gelegentliches Fenster zur Erkundung. Die Toleranz baut sich schnell auf (Calea, Beifuß), die Wirkung verblasst, und das Traumsystem braucht freie Zyklen. Drei bis sechs Nächte im Monat genügen, mit Abstand gesetzt.
Ist Blauer Lotus psychedelisch?
Nein. Im strengen pharmakologischen Sinn (eine starke 5-HT2A-Wirkung mit Wahrnehmungsverzerrung) ist Blauer Lotus nicht psychedelisch. Er wirkt teilweise auf die serotonergen Rezeptoren, aber ohne die Kraft eines Klassikers. Seine Wirkung liegt in der Färbung und der Gelöstheit — nicht in der Vision.
Ist Calea zacatechichi in Frankreich legal?
Ja, Stand 2026. Calea zacatechichi ist weder in Frankreich noch in Europa als kontrollierte Substanz gelistet. Sie wird frei als Aufgusspflanze verkauft. Der rechtliche Rahmen kann sich ändern — prüfe ihn zum Zeitpunkt des Kaufs.
Welche Pflanze sollte ich für eine erste Erkundung wählen?
Beifuß. Sie ist die sanfteste, die am besten dokumentierte, die historisch am weitesten verbreitete und die mit den wenigsten Überraschungen. Beginne mit einem leichten Aufguss am Abend, ein- bis zweimal pro Woche, drei Wochen lang, bevor du andere Pflanzen in Betracht ziehst.
Kann man mehrere dieser Pflanzen kombinieren?
Einige, ja. Beifuß + Klatschmohn und Calea + Beifuß sind dokumentierte Kombinationen. Sinicuichi mit anderen Sedativa ist zu vermeiden. Siehe den Abschnitt ‚Kombinationen und Synergien‘ weiter oben.
Machen diese Pflanzen abhängig?
Keine der sieben Pflanzen in diesem Leitfaden führt zu körperlicher Abhängigkeit. Eine pharmakologische Toleranz kann sich schnell einstellen (eine verringerte Wirkung nach mehreren aufeinanderfolgenden Nächten) — genau deshalb muss das Fenster zur Erkundung gelegentlich bleiben.
Woran erkenne ich, ob die Pflanze ‚gewirkt‘ hat?
Führe gleich morgens ein Traumtagebuch. Der Unterschied zeigt sich nicht immer in der ersten Nacht — über drei bis fünf Nächte hinweg verändert sich das Gewebe. Achte auf: die Zahl der erinnerten Träume, die Schärfe der Details, das Vorhandensein ungewöhnlicher Elemente (Stimmen, durchgehende Erzählung, Körperempfindungen im Traum), das Gefühl beim Erwachen.
Kostbarkeiten und Legenden — sieben Funken
Das Wort Mugwort kommt aus dem Altenglischen *mucgwyrt* — Mückenkraut. Bei europäischen Totenwachen hängte man Zweige davon an die Tür, um die Geister der Mücken zu vertreiben. Die Pflanze der Schwelle hatte zwei Ämter: den Traum zu öffnen, die Schwelle zu hüten. Eine einzige Grammatik.
Die Xhosa-amagqirha, die Silene capensis trinken, sagen, die Pflanze ‚geht im Traum umher‘ — sie erscheint mitunter in menschlicher Gestalt, in Weiß gekleidet, und führt den Träumenden einen Pfad entlang. Für sie ist das keine Metapher; es ist eine Tatsache, die seit drei Jahrhunderten übereinstimmend berichtet wird, mit einer Kohärenz, die sich jeder rein chemischen Erklärung entzieht.
Lactucarium (der Milchsaft des Wilden Lattichs) wurde von 1834 bis 1916 in Pennsylvania industriell hergestellt. Es war das Schmerzmittel der Armen — weniger wirksam als Morphin, aber ohne Abhängigkeit und erschwinglich. Der Erste Weltkrieg und die Massenproduktion von synthetischem Morphin beendeten seinen Gebrauch. Es kehrt langsam zurück, in der amerikanischen alternativen Pharmakopöe.
Tutanchamun, mit 19 Jahren im Jahr 1323 v. Chr. gestorben, wurde mit getrockneten Blütenblättern von Nymphaea caerulea auf dem Körper bestattet. Howard Carter, der das Grab 1922 öffnete, fand sie — noch erkennbar. Dreitausend Jahre später hatte die Blume des Nils ihre Form bewahrt.
Calea zacatechichi trägt zwei Namen im Chontal: *Thle-pelakano* (‚das Blatt Gottes‘) für die Männer, *Zacate de perro* (‚Hundegras‘) für die Frauen. Der Doppelname erzählt von zwei Gebräuchen, zwei Beziehungen zur Pflanze. Etwas, das die westliche Wissenschaft noch nicht erforscht hat.
Hildegard von Bingen stellt den Beifuß in Physica in das Kapitel der ‚mondsüchtigen‘ Kräuter — nicht im modernen abwertenden Sinn, sondern im wörtlichen: Kräuter, die dem Mond folgen. Sein Wachstum, seine Eigenschaften, sein idealer Zeitpunkt der Ernte sind alle auf den Mondzyklus bezogen. Eine Kosmologie, die wissenschaftlich noch nicht reproduziert wurde und es vielleicht verdient.
Sinicuichi wird in Sahagúns Códice Florentino (1577) als eine Pflanze erwähnt, die während der aztekischen *xochipilli*-Zeremonien verwendet wurde — Feste der Blumen und Gesänge. Der allmähliche Übergang zwischen der Blume, dem Gesang und dem zeremoniellen Traum bildet eine Grammatik, die nur wenige westliche Pflanzen teilen.
Hast auch du eine Geschichte, die du im Wald hinterlassen möchtest?
Eine Geschichte teilen →Sieben Traumgefährten, bezogen aus den Linien, die sie kennen. Calea, Beifuß, Blauer Lotus, Sinicuichi, Klatschmohn, Wilder Lattich, Silene capensis — ethnobotanische Belege, traditionelle Zubereitungen, benannte Kontraindikationen.
110 min déjà parcourues · 132 min jusqu'au seuil de retour
Was diese Lektüre geöffnet hat
Sei die erste Stimme. Jedes Wort wird gelesen, bevor es zur Lektüre stößt.
Melde dich an, um zu teilen, was diese Lektüre in dir geöffnet hat.
Anmelden →